Die Biomassevergasung wird als Gegenstrom-Festbettvergaser ausgeführt. Das Gegenstromprinzip beschreibt dabei, dass der Brennstoff (von oben nach unten) entgegen der Luft (von unten nach oben) geführt wird.
Im Biomassevergasungsprozess wird parallel Pyrolysegas und, in Kombination mit einem Gaskühler, ein vorwiegend aus Teerverbindungen bestehendes Pyrolyseöl erzeugt.
Der Holzbrennstoff wird über gasdichte Fördereinrichtungen (z. B. Schnecke mit Zellenradschleuse) dem Vergaser zugeführt. Im Vergaser wird von unten unterstöchiometrisch Verbrennungsluft zugegeben. Im Vergaser ergibt sich eine vertikale Schichtung des Brennstoffs. Dabei werden (von oben nach unten) folgende Zonen unterschieden:

 

*Schematischer Aufbau*

*2 Vergaser mit 4MW Leistung*

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der aus tiefer liegenden Schichten kommende Gasstrom trocknet zunächst den frisch eingebrachten Brennstoff. Der trocknende Brennstoff verbleibt im Reaktor und wandert, bestimmt durch den gleichmäßigen Ascheaustrag (unten), in die darunter liegende Pyrolysezone. In der Pyrolysezone herrschen Temperaturen von 600–800 °C. Hier werden die flüchtigen Gase aus dem Brennstoff gelöst und durch den Gasstrom weiter in die Trocknungszone geführt. In der Reduktions- und Oxidationszone reagiert die nach der Pyrolysezone verbleibende Kohle mit dem entgegenkommenden Luftstrom. Es herrschen Temperaturen von 1.000 bis 1.200 °C. In der Oxidationszone finden die exothermen Verbrennungsreaktionen: C+O2=>CO und C+O2=>CO2 statt. Die Reaktionen zwischen
C / CO und Wasserdampf (C+H2O+CO+H2 und CO+H2O+CO2+H2) finden in der Reduktionszone statt.
Zur Temperaturregelung wird der Vergaserzuluft Wasserdampf zugemischt.
Gegenstromvergaser werden für Anlagen bis 10 MW Brennstoffwärmeleistung eingesetzt.

Die Vorteile des Gegenstromvergasers gegenüber Gleichstromvergasern sind:

• hoher Vergaserwirkungsgrad durch niedrige Austrittstemperaturen des Pyrolysegases
• geringer Partikelgehalt im Pyrolysegas
• geringer Alkalimetallgehalt im Pyrolysegas
• geringe Anforderungen an Stückigkeit (Teilchengröße) und Brennstoffaufbereitung des eingesetzten Brennstoffes
• stabile Betriebsweise (kein Durchbrennen im Brennstoffbett durch flächigen Lufteintritt und durch gleichmäßige Brennstoffbeschickung, -verteilung durch Aufgabeverteiler)